| Gedanken | Jahreszeiten | Russensteintour | Liste | Stationen | Gliederung |
| 9. 3. 01 |
| 21. 3. 98 |
| 25./26. 3. 2000 |
| 29. 3. 98 |
| 1. 5. 01 |
| Samstag der 9. Mai 98 |
| Mitte Mai 2000 |
| Juni 2000 |
| Juni 2001 |
| 17. Juni 98 |
| 14. 7. 98 |
| 21. 9. 98 |
| Heute ist MI, 22. 10. 98 |
| Im strömenden Regen: 3 mal die Farbe gelb | |
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| Frühlingsbeginn |
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| Zeitumstellung zum Sommer |
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| Umstellungstag auf die Sommerzeit |
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| Baum des Jahres: Die Esche |
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| Erster schöner heißer Sommertag |
| Die Mispel |
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| Der Maulbeerbaum |
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| Das Naturfeuerwerk der Eßkastanienblüte |
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| Historischer Tag |
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| Baum-Gedanken |
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| Zum ersten Herbstag |
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| Drei Tage vor Zeitumstellung auf Winterzeit |
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|   | Zwei Wochen vor Frühlingsbeginn ist die Zeit der Farbe gelb:
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|   | Einen schönen Frühlingsauftakt machte dieses Jahrtausend. Fast 21° am 21.3.2000 mittags und heute grüßen leuchtend gelb alle gestern über Nacht sich auf ein Zauberwort hin eröffneten Narzissen. Die Ähnlichkeit zum Wort Narkose kommt aus der griechischen Quelle: Ihr Duft sei "umsinkend" betörend schön. Auffallend die Tierschützer am Vater-Rhein-Brunnen, die (abends noch mit Taschenlampen) jeden Frosch wieder in sein Frühlingsglück der Nacktfroschkopulation zurückheben, falls er mal das Wasser verläßt, auffällig auch und - erinnernd an die Weihnachtstage der Adventskalender-Fensterchen - öffnen sich an jedem Tag an anderen Bäumen Blätter und Blüten, zart sich entfaltend. Beeindruckend die gewaltig großen klebrigen Kastanienknospen, zart wie blaßgrünseidene Spitzenunterwäsche die filigrane Eleganz der Spitzahornblüten, und die drei Kirschen wetteifern miteiander die Sonnenwirkung zu zeigen, die Kornelkirsche mit zart leuchtend gelben Blüten, die Traubenkirsche frische grüne Blätter und die Vogelkirsche mit wohl morgen aufgehenden grünlichen Knospen, die schon einen weißen Hauch zeigen. Im Blauglockenbaum sind die alten vorjährigen Blüten in Idealkonkurrenz zu neuen Fruchtständern, und Hasel und Weiden und Hainbuche haben die Kätzchen rausgehängt, und die Trauerweide ihre zartgrünen Blätter und auch der 200 jährige Holunder an der Brunnensäule im Schlossinnenhof ist - bei einem hohlen Stamm, der nur die äußerte safttragende Rinde aufweist - wieder frisch begrünt. Jeder Tag bringt jetzt neues. Abends farbige Sonnenuntergänge (um 20 Uhr am 26.3.2000) ist dank heutiger Zeitumstellung noch alles tageshell. |   |
|   | Auf dem Stückgarten wird das Elisabethenthor wieder in einem Wald versteckt, der zur Zeit aus Hainbuchen, Eßkastanien (castaneus sativa), Sommerlinden (Tilia platyphylos), Schwarznüssen (Juglans nigra), Tulpenbäumen (Liriodendron tulipifera) und Mehlbeeren (Sorbus aria) gestaltet wird. Auch ein südländischer Zürgelbaum wurde hergeholt (Celtis australis). Und unterm König Ludwig am dicken Turm wurde eine Maulbeere (Morus alba) gepflanzt. Nach ersten Bedenken eigentlich eine schöne Idee, die Sicht auf das Schloß durch einen Märchenwald zu verstellen, nur wer durchs Elisabethentor schaut, sieht die alten Gemäuer: "The castle" * erste zarte Begrünung der Sumpfzypresse (Taxodium distichum) und schon erkennbar, aber noch nicht entfaltet * die ersten Büschel der Lärchennadeln zeigen sich (Larix decidua) |   |
|   | Die nummerierten Bäume Nr. 238 und 257 an der Grenze zwischen großer Wiese und Scheffelterasse sind Eschen, wunderschöne Exemplare, die jetzt, wo umliegende Ahörner und Eichen und Linden schon ergrünt sind, deutlich auffallen, da sie ihre dunkeln Blütenrispen noch nicht geöffnet haben. Sie stehen am Beginn der Wege zum Scheffeldenkmal. Schauen Sie sie sich an in dem Gedanken, dies ist der Baum des Jahres 2001! Tag des Baumes war der 25. April, er wurde 1952 erstmals, jetzt somit zum 50. Male begangen! |   |
|   | und der Sommer hat wirklich in diesem Jahr lange auf sich
warten lassen. (Ich suche übrigens Wetter-Geschichts-Forscher,
denn in den Tagen des finsteren Mittelalters, auch noch
in der Neuzeit vorm Dreißigjährigen Krieg muß es in Heidelberg
viel feuchter gewesen sein, die hohen Naturfontänen auf
den Brunnen beweisen es, siehe die alten Bilder von den
Wasserfontänen neben dem Vater Rhein. Heute ist sowas nur
mit Pumpendruck aufrechtzuhalten.) Aber zurück zur Sonne,
der Baum des Monats Mai ist der Blauglockenbaum Nr. 338, Paulownia tomentosa), dessen Blütenstände braunfilzig schon seit dem Spätvorjahr aufrecht stehen, und fast ein halbes Jahr auf diesen Tag gewartet haben, zu sehen im Maltheserthal, dort wo der Weg zur Stadt jetzt zugenagelt ist, denn er hat jetzt seine blauen Glocken voll entfaltet. Ergänzend dazu der Strauch des Monats: der schöne Goldregen (Laburnum anagrynoides) der auf dem äußersten Rand der Universitätterrasse steht und in kräftigestem Gelb leuchtet. |   |
|   | Im Schloßgarten blüht zur Zeit alles, besonders ans Herz lege ich die Mispel heute (Mespilus Germanica, Baum 122 an der großen Schlosswiese) Bild anbei, als Frucht und als Blüte..... Die Mispel (nicht zu verwechseln mit der Mistel, die als Mitbewohner in hohen Bäumen wächst) ist aus der Zeit, wo man den Schlossgarten als Obstanbaugelände nutze. Sie hat schöne Früchte, die zu Marmelade verarbeitet werden. Ist den meisten aber unbekannt! Deswegen dieser Hinweis!
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|   | nimmt sich als Ziel den Maulbeerbaum am dicken Turm, denn er steht jetzt voll in leuchtend roter Frucht, und wenn man auch das Wort vom Maulbeerweg in Neuenheim her kennt, an den damaligen Versuch erinnernd, dort und somit in Heidelberg eine Maulbeer-Seidenraupen-Spinnerei einzurichten (es blieb eine "Spinnerei"!), so kennen doch die meisten nicht die Früchte, die sehr wohlschmeckend sind und wie getrockenete geschrumpelte Rosinen aussehen. Jetzt sind sie leuchtend rot, und im Juli werden sie süß, schwarz und bald von den Amsel gefressen, die Touristen trauen sich nicht ran - wer weiß schon, daß die nicht giftig sind? |   |
|   | Die Schloßbeleuchtungen dieses Jahr finden am Samstag, den 2. Juni (Pfingstsamstag), am 14. Juli sowie am 1. September 2001 statt. Und zwischen erstem und zweitem Feuerwerk (so etwa in der zweiten Juni-Woche) sehen Sie immer das Naturfeuerwerk der Edelkastanienblüte, deren Form genau einer sich auffächernden Rakete entspricht. Dann leuchtet diese Baumart, die die Römer hier eingeführt haben, aus den mittlerweile insgesamt dunkelgrünen Blätterwald rechts und links der Berge auffallend gelb hervor und man kann sich gut die Stellen merken, wo im Herbst das "Käschte"-Sammeln am lukrativsten ist. (Für Nicht-Heidelberger: Käschte ist das Sume-Wort für Kastanien, so ähnlich wie Püsch für Psychiatrie). Ein schönes Exemplar steht vor der Burgfreiheit, die jetzt endlich auch wieder ihre Pforten öffnet. |   |
|   | Es ist jetzt die Zeit der Edelkastanienblüte und Zeit der Fruchtfülle der Frühblütler Hainbuche, Ahorn und Linde und die Zeit des späten Blattriebes an der Sumpfzypresse, die sich gerade heute im zartesten Grün zeigt. Zwar gibt es keine Edelkastanien im Schloßgarten (merke E= Eßkastanie hat E = Einzelblätter, während die Roßkastanie eine Blatt-R= Rosette, ein Fiederblatt, hat), aber wo immer man auf die Bergwände beiderseits desNeckartrichters blickt, fallen jetzt die gelben Kugeldächer der Edelkastanien (Castanea sativa) auf, die aus derallgemein schon dunkelgrünen Baumfärbung herausleuchten. Es lohnt sich die Stellen zu merken, denn dort werden wir im Herbst ernten. Die Blüte sieht aus wie ein Feuerwerk an gelben Raketen, die sich fingerlang himmelwärtsausstrahlen und sich so schön leuchtend von dem dunkleren Blattwerk abheben.
Die Sumpfzypresse (Taxodium distichum, Baum Nr. 125 und 126) 2 m westlich der Schmalseite der Universitätsterrasse, gehört zu der Gruppe der sommergrünen Nadelbäume mit einzeln stehenden Nadeln (ebenso wie der Mammutbaum Sequiadendron giganteum, Nr. 80 auf der Uni-Terasse) und hat bei alten Bäumen als Besonderheit das Atemknie, knieförmige Austriebe der Wurzeln zur Sauerstoffversorgung! Sie hat zur Zeit das zarteste und saftigste Grün und erinnert daran, das sie immer gerne wassernah steht. Kleiner Exkurs zu den anderen Zypressen, die wir auf der Coniferenterasse finden, die haben schuppenförmige Nadeln wie Lawsons Scheinzypresse , der siebenarmige Kandelaberbaum, auf dem sich die meisten japanischen Hochzeitspaare ablichten lassen, Nr. 311, Nootka-Scheinzypresse Nr. 16 und der Lebensbaum Thuja occidentatlis plicata Nr. 73 Hainbuche, Ahorn und Linde haben jetzt alle ihre Propellersamen fertig zum Abflug, damit sie als kleineHubschrauber in den ersten Gewitterstürmen des Sommers ihre möglichst weite Reise antreten. Es gibt da ganzverschiedene Modelle, deren gemeinsame Flugmechanik immer die Mischung aus Hubschrauber und Bumerang ist.Am bekanntesten das eine schlanke Lindenblatt aus der Siegfriedsage, (fachkundlich: Fruchtstand mit Nüßchen und trockenenhäutigem einflügeligem Flugblatt), am dichtesten hängen. Am Spreizwinkel der einzelen Flügelfrüchten unterscheiden sich die Ahörner, aber sie haben alle einen Doppelflügel. Spitzahorn, kolchischer Ahorn, Feldahorn, Fächerahorn, Bergahorn, Zuckerahorn und französischer Ahorn.stehen hier alle dicht beieinander zum Vergleich. Reihenfolge hier geordnet nach abnehmendem Spreizwinkel! Die Hainbuche hat einen dreilappigen Flugapparat und die Nüßchen hängen dicht gebündelt und haben als Abflugzeit den Herbst bis ins nächst Frühjahr hinein in sich programmiert. Alle Bäume können wir auf der Hauptterasse vergleichen, Hainbuche Nr. 201, holländische Linde Nr. 205, Spitz-Ahorn 218) |   |
|   | Heute
ist die volle Schwere des Sommers zu spüren, alles in Umwandlung
von Blüte zur Frucht, alles unter dem satten tiefgrünen
wetterfeuchten Blätterdach, so wie Hölderlin es schreibt:
(die erste Strophe steht auf dem Stein am östlichen Ende
des Philosophenweges: |   |
|   | Heidelberg
Lange lieb ich dich schon, möchte dich, mir zur Lust, Mutter nennen und dir schenken ein kunstlos Lied, Du, der Vaterlandstädte Ländlich Schönste, so weit ich sah. ... Aber schwer in das Thal hing die gigantische, Schicksalskundige Burg; nieder bis auf den Grund von Wettern zerrissen; Doch die ewige Sonne goß Ihr verjüngendes Licht über das alternde Riesenbild und umher grünte lebendiger Epheu; freundliche Wälder rauschten über die Burg herab. Hölderlin |   |
|   | so sieht es jetzt nach den vielen Regentagen aus, eigentlich ein typischer Heidelberger Sommer. Wir haben vor Jahren diese drei heißen Frühjahre und Sommer gehabt, jetzt sind alle so kurzfristig sich auf globale Erwärmung stützende geobiologisch-grünen Überlegungen hier nicht mehr überprüfbar... naja... Immerhin hat der viele Regen dazu geführt, daß alle neuen Bäume im Stückgarten angegangen sind, besonders hervorzuheben der Tulpenbaum Liriodendrom tulipifera, so genannt wegen seinen großen tulpenförmigen Blüten, aber er hat zur leichteren Auffindung auch ein tulpenförmigen Blatt und steht mitten im Stückgarten, z Zt. ca 3 m hoch. Anfängliche Schwierigkeiten wegen fehlenden Laubaustriebs hatte der vor dem englischen Bau stehende gleichhohe Maulbeerbaum, (Morus alba oder nigra, das wird sich im Herbst an den Früchten zeigen,) der weiße wurde zur Seidenraupenzucht genutzt, auch in Heidelberg, siehe die gleichnamige Straße in Neuenheim, und der schwarze um seiner äußerlich der Brombeere ähnlichen süßlichen Frucht (schmeckt ungefähr wie getrocknete Rosinen). Beides sind Neupflanzungen im Frühjahr 98 und tragen keine Nummerierung. Und hier steht doch noch eine volle 30 cm große weiß leuchtende Blüte: der Strauchahorn an der Treppe von der großen Hauptwiese zur Universitätsterrasse neben dem Fächerahorn (Nr. 104) gegenüber der schönen Blutbuche (Nr. 108) ist erst jetzt, heute am 14. 7. 1998 in voller Blüte. Er ist eine Zierform der Roßkastanie, wird nur etwas mehr als mannshoch. Ich ernenne ihn zum Baum der Tages! |   |
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Heute müssen wir gleich an das schöne Hebbel Gedicht Herbsttag
denken, das war eine Woche wunderbarer Herbstluft, blauestem
Himmel und warmer Windstille gewidmet, leider nur eine Woche... |   |
|   | Herbsttag Dies ist ein Herbsttag wie ich keinen sah, Die Luft steht still als atmete man kaum Und dennoch fallen leise, fern und nah Die schönsten Früchte ab von jedem Baum. Oh stört sie nicht, die Feier der Natur, Dies ist die Lese die sie selber hält, Denn heute löst sich von den Zweigen nur Was von dem zarten Strahl der Sonne fällt. F. Hebbel, ca 1825 - 75 |   |
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und was alles auf den Boden im Schloßgarten fällt. Zunächst
die vielen schon flachgetretenen Bucheckern unter den Rotbuchen,
die vereinzelten Eicheln, die daran erinnern, daß die Eichelmast
der Schweine (ein Baum für ein Schwein!) das wunderbar feste
knackig schmeckende Fleisch machen, während mit Eckern gemästete
Schweine einen etwas tranigen Geschmack haben, dann die
noch hängenden Mistelfrüchte, denn zwischen Romantik und
Heute war der Schloßgarten ein Obstanbaugebiet. Auch sehr
selten Früchte wie den Speierling finden wir hier im hinteren
Wäldchen. Und die indian summer Stimmung... Hier die sich
jetzt leuchtend rot verfärbenden Fächerahorne, die strahlend
gelben Schwarznußbäume, die grüngelbroten Zuckerahorne,
die vollen Rispen der Eschen und die noch volleren Hainbuchen
mit ihren Fruchtständen mit dreilappig geborgenen Nüßchen,
oft so voll, daß der Baum insgesamt braun verfärbt aussieht,
weil man die noc grünen Blätter nicht mehr sieht vor Früchten.
Diese Hainbuche läßt sich viel Zeit mit dem Blattabwurf,
wir finden sie oft im Frühjahr noch voller brauner Blätter.
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|   | Hälfte
des Lebens Mit gelben Birnen hängt / und voll mit roten Rosen / das Land in den See. Ihr holden Schwäne / und trunken von Küssen / tunkt ihr das Haupt / ins heilig nüchterne Wasser. Weh mir! Wo nehm ich / wenn es Winter wird / die Blumen und wo den Sonnenschein und den Schatten der Erde? Die Mauern stehen sprachlos und kalt. / Im Winde klirren die Fahnen. Hölderlin, ca 1760 bis 1840 |   |
|   | Heute
ach heute nur bin ich schön / morgen, schon morgen muß alles
vergehn! Nur diese Stunde bist du noch mein / sterben ach sterben soll ich allein! Theodor Storm, Lied des Harfenmädchens |   |
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...und wir sehen in diesen drei Tagen wie sich der Gingko ruckartig
umfärbt, dies wohlverstanden ist kein aktiver Färbungsvorgang
sondern ein sinnvolles Zurückziehen des wertvollen
Chlorophyll-Moleküls
in die Winterspeicher, sodaß der leuchtend gelbe Farbton
dem chlorophyllfreien Blatt gegeben wird, das jetzt auch
kaum mehr Brenn-Energie hat, es ist schon fast verascht. Nirgendwo sehen wir diese Umwandlung so kurzzeitig. In zwei Tagen werden wir viele Blätter auf dem Boden, aber keines mehr auf dem Baum sehen, sodaß wir uns überrascht fragen woher sie kommen und den Gingko ohne seinen typischen zweigespaltenen Laubschmuck kaum erkennen! (Nadelholz!! = da Nacktsamer, gehört er der Gruppe der Nadelbäume an...Er ist der älteste der noch lebenden Vertreter des Erdmittelaltes, und erlebte seine Blüte bereits vor 100 Millionen Jahren hier) Er gehört auch zu den Bäumen die den Atomschlag auf Hiroshima überlebten und trotz völliger Verbrennung aller Blätter und Zweige vom Stamm her wieder ausschlug! Der kleine senkrechte Gingko vor dem Goethedenkmal (Goethebank) ist ein Geschenk eines berühmten japanischen Klosters an Heidelbertg, die weiblichen Gingko sind ausladender... (siehe den Baum gegenüber!) Auch andere Bäume verfärben sich, der Zuckerahorn hat sein indian-summer Zwischenspiel schon beendet und steht kahl da, ebenso der schön gefiederte Schwarznußbaum, der uns einige seiner dicken Nüsse unter den kahlen Zweigen finden läßt und wer die öffnet, weiß warum der Baum Schwarznußbaum heißt: die Finger werden trotz aller Waschversuche drei Tage schwarz bleiben! |   |






