Liebe Patientinnen und Patienten,
zum Glück ist die diesjährige Grippewelle bislang ausgeblieben. Deswegen raten wir dringend zur Grippeschutzimpfung mit dem aktuellen 25/27-Impfstoff. Eine Terminvereinbarung ist nicht nötig – kommen Sie einfach vorbei. Unsere Praxis ist durchgehend für Sie geöffnet, mit einer kurzen Pause von vier Tagen nach Rosenmontag (ab dem 16.02.2026).
Ergänzend können Sie Ihr Immunsystem über psychoneuroimmunologische Ansätze stärken: Unser Kurs im Autogenen Training startet am Dienstag, den 3. Februar, um 18.30 Uhr.
Es grüßen Sie herzlich
Verena Jung, Christoph Jung, Dieter Jung und das gesamte Praxisteam
Zwischen den Bildern „Heidelberg im Schnee“ und „Heidelberg bei Nacht“ liegt nicht einmal ein halber Tag. In diesem Jahr haben wir den Kuss des Winters gespürt, doch er ging so schnell vorüber wie viele der Sicherheiten, die wir uns erdenken. Das Jahr ist aber noch jung. Eine gute Gelegenheit also, die eigenen Ressourcen bewusst zu betrachten und sinnvoll einzusetzen.
Denn es gibt nur drei Arten von Ausgaben:
Erstens: solche, die Ihnen etwas bringen.
Zweitens: solche, die Ihnen nichts bringen.
Drittens: solche, die Sie später belasten werden.
Das gilt für Geld. Das gilt für Zeit. Das gilt ganz besonders für emotionale Ausgaben!
Zum Valentinstag am 14. Februar eine fast unglaubliche Valentins-Story:
Elisabeth Stuart
Sie, eine 16jährige Teenagerin, sah Ihren Mann erstmals am 29. November 1612 und heiratete ihn am 24. Februar 1613!
Sie wurde am 19. August 1596 in Falkland, Großbritannien, geboren und starb am 13. Februar 1662 in Westminster im Alter von 65 Jahren.
Ihr Ehemann, Friedrich V., erblickte nur eine Woche später, am 26. August 1596, in Deinschwang das Licht der Welt. Er verstarb bereits jung, am 29. November 1632 in Mainz, mit nur 36 Jahren. Trotz der vergleichsweisen kurzen Ehe von nur 19 Jahren brachte das Paar stolze 13 Kinder zur Welt – eine Leistung, die vor allem Elisabeth Stuart zugeschrieben werden darf.
Jetzt kommen Busch, Tucholsky und Friedrich V. (Kurfürst der Pfalz, zu Wort) mit Valentins-Gefühlen für uns. Drei wichtige Gedanken zum Valentinstag am kommenden 14. Februar. Und vorher: Vergessen Sie nicht, Blumen für Ihren Liebsten oder Ihre Liebste mitzunehmen!
1.Reue
Die Tugend will nicht immer passen,
im ganzen läßt sie etwas kalt
und daß man eine unterlassen,
vergißt man bald.
Doch schmerzlich denkt manch alter Knaster,
der von vergangnen Zeiten träumt,
an die Gelegenheit zum Laster,
die er versäumt.
Wilhelm Busch (1832-1908)
2. Kurt Tucholsky (1890-1935)
Er schreibt 1925 in der Weltbühne, Prosa statt Lyrik, aber genauso treffend über zwei frischgebackene Engel, die sich über ihr irdisches Vorleben unterhalten…
»Er ist ein Pedant, ein ganz lächerlicher Pedant!« sagte er.
»Weißt du, wieviel Sternlein stehen…?« sagte ich. »Gott der Herr hat sie gezählet… «
»Er hat alles gezählet!« schimpfte er. »Gezählet – das feierliche e das schon Liliencron nicht leiden konnte, genau so lächerlich wie dieser ganze alte Mann. Alles hat er gezählet… Haben Sie einmal in unser Lebensbuch hineingesehen –?«
»Es war die größte Überraschung, die ich jemals erlebt – nein, die ich jemals gehabt habe«, sagte ich. »Das ist denn doch die Höhe.«
»Nicht wahr? Aufzuschreiben, wie oft man jede einzelne Handlung begangen hat; es ist ja – geisteskrank ist das, das ist ja… das übersteigt denn doch alles an Greisenhaftigkeit, was je… «
»Sie lästern«, sagte ich. »Sie müssen Ihn nicht lästern, dann kann dieses Buch nicht erscheinen. Gott ist groß.«
»Gott ist… «
»Nicht, nicht. Natürlich ist es lächerlich. Denken Sie sich: ich habe neulich einmal einen ganzen Nachmittag auf der Bibliothek verbracht und meinen Band durchgeblättert. Er ist sehr exakt geführt, das muß man schon sagen. Manches hätte ich nicht für möglich gehalten – summiert sieht es doch anders aus als damals, als man es tat.
Schlüssel gesucht: 393-mal. Zigaretten geraucht: 11876. Zigarren: 1078. Geflucht: 454-mal. (Bei uns ist erlaubt, zu fluchen – daher kann ich es nicht so gut. Ich bin kein Engländer.) An Bettler gegeben: 205-mal. Nicht viel. Nugat gegessen – ist ein Mensch je auf den Gedanken gekommen, derartiges aufzuschreiben…! Nugat: 3-mal. Ich habe keine Ahnung, was Nugat ist. Die Handschrift des Buchhalters ist aber so ordentlich, daß es schon stimmen wird. Übrigens: die letzten tausend Seiten sind mit einer Buchhaltungsmaschine geschrieben. Man modernisiert sich.«
»Er zählt alles«, grollte er. »Er zählt Verrichtungen, die ein anständiger Mensch… «
»… non sunt turpia«, sagte ich. »Ich habe demnach, sah ich an jenem Nachmittag, recht mäßig gelebt, in Baccho et in Venere… recht mäßig. Ich mag Ihnen die Zahl nicht nennen – aber es grenzt schon an Heiligkeit. Jetzt tut es mir eigentlich leid… Das Merkwürdigste ist –«
»Was?« fragte er.
»Das Merkwürdigste ist«, sagte ich, »zu denken, daß man dies oder jenes zum letztenmal in seinem Leben getan hat. Einmal muß es doch das letztemal gewesen sein. Am vierzehnten Februar eines Jahres hat man zum letztenmal ein Automobil bestiegen… Und man ahnt das natürlich nicht. Finales gibt es ja doch nur in den Opern. Man steigt ganz gemütlich in ein Automobil, fährt, steigt aus – und weiß nicht, daß es das letztemal gewesen sein soll. Denn dann kam vielleicht die Krankheit, die lange Bettlägerigkeit… nie wieder ein Automobil. Zum letztenmal in seinem Leben Sauerkraut gegessen. Zum letztenmal: telefoniert. Zum letztenmal: geliebt. Zum letztenmal: Goethe gelesen. Vielleicht lange Jahre vor dem Tode. Und man weiß es nicht.«
»Aber es ist gut, daß man es nicht weiß«, sagte er; »wie?«
»Vielleicht« sagte ich. »Man sollte aber bei jeder Verrichtung denken: Tu sie gut. Gib dich ihr ganz hin. Vielleicht ist es das letztemal.«
»Aber Er ist doch ein gottverdammter Pedant…!« fuhr er auf.
»Nennen Sie nicht Seinen Namen!« sagte ich. »Er ist ein göttlicher Pedant.«
Übersetzungshilfe
Naturalia non sunt turpia (lat.) – Natürliches ist keine Schande
In Baccho et Venere (lat.) – Im Trinken und in der Liebe
3. Der Valentinstag
Er wird jährlich am 14. Februar gefeiert. Das Brauchtum dieses Tages geht auf das Fest des heiligen Valentinus zurück, eines Märtyrers. Der Gedenktag des heiligen Valentinus wurde 496 von Papst Gelasius für die gesamte Kirche eingeführt. Außerdem ist der Valentinstag ein Fest, das auch in der anglikanischen Gemeinschaft und der lutherischen Kirche gefeiert wird.
Unser Kurfürst Friedrich V. (geboren 1596, † 1632) nutzte die Zeit um den Valentinstag sogar für seine Hochzeit – unglaublich, wie schnell das damals ging.
Friedrich war von Elisabeth Stuart, deren Bild den 16jährigen so begeisterte, dass er in Ostende ein Schiff bestieg und nach London segelte. Dort traf er Elisabeth erstmals persönlich und machte mit seinem guten Aussehen und freundlichen Auftreten einen äußerst günstigen Eindruck auf den Hof und seine zukünftige Braut. Die Verlobung fand am 7. Januar 1613 statt; und nach einem Valentinsfest am 14. Februar wurde dann am 24. Februar desselben Jahres die Hochzeit der beiden erst 16-Jährigen in der königlichen Kapelle des Whitehall-Palastes gefeiert. Bei der Zeremonie trug Friedrich die Kette des Hosenbandordens, die ihm kurz zuvor verliehen worden war und die er später in sein Wappen aufnahm. Die gesamten Festlichkeiten wurden von Francis Bacon ausgerichtet.
Nach einer Zwischenstation in Den Haag, wo das Paar den Statthalter der Niederlande, Moritz von Oranien – den Onkel Friedrichs –, traf, reiste das junge Paar am 5. Mai 1613 nach Deutschland. Am 13. Juni wurden sie in Heidelberg von der Stadtbevölkerung mit großem Empfang begrüßt. Die anschließenden Feierlichkeiten zogen sich über mehrere Tage hin.
Bereits seit 1612 hatte Friedrich mit Blick auf die bevorstehende Heirat im Heidelberger Schloss umfangreiche Baumaßnahmen durchführen lassen, um Elisabeth eine standesgemäße Unterkunft zu bieten. So ließ er den sogenannten Englischen Bau als Palast für seine Gemahlin errichten. 1615 entstand zudem das Elisabethentor zur Erinnerung an den triumphalen Einzug in Heidelberg, das Friedrich für Elisabeth als separaten Eingang zur Residenz schuf.
Elisabeth war von Anfang an bei ihren Untertanen sehr beliebt. Diese Beliebtheit wuchs noch nach der Geburt ihres Sohnes Friedrich Heinrich am 1. Januar 1614. Als Kurprinz und möglicher englischer Thronfolger schien dem Jungen eine große Zukunft bevorzustehen. Bis zu Friedrichs Tod im Jahr 1632 gebar Elisabeth ihm insgesamt dreizehn Kinder, von denen fünf ihre Mutter überlebten.
Die Glocken von Heilig-Geist sind dem großen Kurfürsten Carl Philipp (*4. November 1661 in Neuburg an der Donau; † 31. Dezember 1742 in Mannheim) zugeeignet mit einem lustigen TEXT auf dem Glockenkörper.
Der Glockentext sagt mit feinem Humor:
„Carl Philipp lebe,
glücklich die Pfalz regiere,
bis Gott ihn (doch aber späte)
in eine bessere Welt entführe! (1738).“
Er war aber nicht begeistert davon, sondern verlegte 1720 den ganzen Hof und seine Residenz von Heidelberg nach Mannheim und verabschiedete sich, wütend über die Heidelberger, mit einem Fluch: „Über Heidelberg soll Gras wachsen.“
Gott milderte diesen Fluch, indem er statt Gras Efeu über das Alte Schloss wachsen ließ – und legte damit gewissermaßen den Grundstein für die Romantik. Und wenn Sie nun selbst noch ein wenig Gras rauchen, werden Sie diesen Fluch womöglich ganz besonders genießen können.
Vom Turm der Heidelberger Heiliggeistkirche erklingt ein barockes, vierstimmiges Glockengeläut aus einem Guss aus dem Jahr 1738; der Glockenstuhl stammt aus dem darauffolgenden Jahr. Die große Christusglocke hat einen Durchmesser von 144 cm und eine Höhe von 108 cm (cis¹). Ihre Inschrift haben Sie oben gelesen.
Die weiteren Bronzeglocken tragen die Namen:
Nach der Läute-Ordnung sind die Glocken wie folgt zu hören:
Gottesdienst:
Der Turm der Heiliggeistkirche ist 82 Meter hoch. Seit 1999 sind dort Wanderfalken angesiedelt.
Schnupfen und Nebenhöhlenentzündungen sprechen häufig gut auf Dampfinhalationen an. Bewährt haben sich dabei Heilkräuter, die bei Bronchitis auch häufig in Form von Bronchicum-Elixieren verwendet werden.
Zum Inhalieren wird oft ein Dampfbad mit einem Handtuch über dem Kopf empfohlen. Diese Methode ist jedoch nicht ungefährlich: Kippt der Topf um, kann es zu schweren Verbrühungen an den Beinen kommen.
Sicherer ist die Verwendung eines Inhalationstopfs aus der Apotheke. Mischen Sie hierfür 20 g Kamillenblüten mit jeweils 10 g Thymian und 10 g Salbeiblättern und führen Sie damit die Dampfinhalation durch.
THE SONG OF
THE WINTER JASMINE FAIRY
All through the Summer my leaves were green,
But never a flower of mine was seen;
Now Summer is gone, that was so gay,
And my little green leaves are shed away.
In the grey of the year
What cheer, what cheer?
The Winter is come, the cold winds blow;
I shall feel the frost and the drifting snow;
But the sun can shine in December too,
And this is the time of my gift to you.
See here, see here,
My flowers appear!
The swallows have flown beyond the sea,
But friendly Robin, he stays with me;
And little Tom-Tit, so busy and small,
Hops where the jasmine is thick on the wall;
And we say: „Good cheer!
We’re here! We’re here!“
Cicely Mary Barker (1895–1973)
Heute, am 14. Januar 2026, einem Dauer-Regentag, verschwinden die geschwänzten Sterne der Hauptstrasse wieder und werden eingemottet. Freuen wir uns also auf den Frühling und Ostern (5. April 2026!) Ihre Neujahrsvorsätze – vielleicht sogar ein „Dry January“ – sind sicher auch längst verpufft. Besser sie wählen sich ZIELE, solche die sich wirklich lohnen!
Bedenken Sie aber immer, Ziele sind Zwischenstationen, vergessen Sie nicht, dass mit jedem erreichten Ziel zwar Probleme verschwinden, aber neue Herausforderungen auftauchen.
1. Ohne ZIELE beherrscht der Zufall ihr Leben, er bestimmt wo sie landen.
2. Jedes ZIEL ist Sprungbrett zur nächsten Stufe. Die Auswahl der ZIELE ist die Auswahl der Sprungbretter.
3. Die ZIELE sollten zueinander passen. Sinnlos die Ausbildung zum Fuchs, wenn Sie als Nachtigall arbeiten wollen
4.Viele wählen das falsche ZIEL, wie es weniger Mühe kostet. Sie kommen am falschen Bahnhof an, doch der Fahrpreis war günstig.
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„Ich kann Ihnen nicht sagen, wie man schnell reich wird; aber ich kann Ihnen sagen,
wie man schnell arm wird: indem man nämlich versucht, schnell reich zu werden.“
André Kostolany (1906-1999)
Meine Erfahrung zeigt: Beim Denken ans Vermögen leidet meist das Denkvermögen! Wichtig: Alle Briefe, bei denen draußen schon „MILLIONENGEWINN!“ oder „30% AUF ALLES!“ steht, sollten ungelesen und ungeöffnet weggeworfen werden. Sie vergeuden damit nur kostbare Lebenszeit.
Aber bedenken Sie: Mit welchem Vermögen gehen Sie eigentlich in die Zukunft? Sie wissen, dass es zwei Arten von Vermögen gibt: Das finanzielle Vermögen – es sichert Ihre Freiheit und schafft Handlungsspielraum und das nicht-finanzielle Vermögen – es bestimmt, was Sie „vermögen“ können, und liefert Ihnen dafür körperliche und seelische Kraft.
Denken Sie mehr an Ihr nicht-finanzielles Vermögen! Dieses besteht aus Gesundheit, Kraft, Beweglichkeit, Energie, Kreativität, strategischen Kontakten, Mut, Optimismus, Entschlossenheit und Jugendlichkeit in jedem Alter.
Also kommen Sie zu unseren Kursen im Autogenen Training, dort schulen wir Sie genau dieses nicht-finanzielle „Vermögen“ zu erwerben. Werden Sie kreativ! DER NÄCHSTE KURS IM AUTOGENEN TRAINING BEGINNT AM DIENSTAG, DEN 3. FEBRUAR. Sie können aber auch später mal einsteigen, kurze Voranmeldung. Der Kurs ist jeden Dienstag 18.30 und für jedes Alter geeignet.
Antonyme Worte:
Irgendwo gelesen und sehr überzeugend gefunden: Das Gegenteil (das Antonym = das gegenteilige Wort) von Liebe ist nicht Hass – das ist nämlich nur die andere Seite der Medaille – sondern Gleichgültigkeit. Das Gegenteil von Glück ist nicht Unglück, sondern Langeweile. Und das Gegenteil von Langeweile wiederum ist gekonnter Müßiggang.
Hier eine Auswahl von Liebes-Antonymen:
Ablehnung
Abneigung
Abscheu
Ächtung
Ärger
Angst
Apathie
Eifersucht
Ekel
Feindschaft
Frust
Geringschätzung
Gleichgültigkeit
Groll
Hohn
Ignoranz
Krieg
Kummer
Leid
Lethargie
Missachtung
Missgunst
Passivität
Rache
Schmähung
Schmerz
Spott
Streit
Teilnahmslosigkeit
Teufel
Trauer
Traurigkeit
Unlust
Verachtung
Verbitterung
Verdammung
Verurteilung
Widerstreben
Widerwille
Kein Feuer, keine Kohle
Kein Feuer, keine Kohle
kann brennen so heiß,
als heimlich stille Liebe
von der niemand nichts weiß.
Keine Rose, keine Nelke
kann blühen so schön,
als wenn zwei verliebte Herzen
bei einander tun stehn.
Setz du mir einen Spiegel
ins Herz hinein,
daß du kannst darinnen sehen,
wie so treu ich es mein.
Deutsches Volkslied (18. Jh.)
Die Kunst des Müßigganges
Dahin, ja. Mittlerweile bin ich in die Jahre gekommen, sogar zu einem gewissen Ansehen, das die Jahre von selber mit sich bringen. Aber ich blieb im Dorf, und dieser Entschluß ist der einzige in meinem Leben, der mich noch nie gereut hat. Die alten Zeiten sind es freilich nicht mehr, viele von den besten Gefährten sind mir weggestorben, seltsame Käuze darunter, wie jener Schuster oder der Krämer in der Nachbarschaft, der zugleich Bürgermeister war und das Herz hatte, mich als seinen Schreiber in Dienst zu nehmen. Ihm verdanke ich manche Einsicht, zum Beispiel die, daß dem Ablauf der Dinge im großen wie im kleinen eine gewisse Trägheit innewohnt, etwas zielstrebig Fließendes, das alles weiterschwemmt und an den rechten Ort bringt, auch wenn wir uns einmal gar nicht darum kümmern.
Nichts konnte den alten Herrn mehr erzürnen als meine gelegentlichen Versuche, einen Erlaß der Behörde rasch zu bearbeiten. Er hielt streng darauf, daß alle Aktenstücke zunächst der Reihe nach und unbesehen auf einen riesigen Stapel in der Gemeindestube gelegt wurden. Nur die untersten durfte ich nach einer angemessenen Zeit der Reifung und Gärung wieder herausziehen, und dann zeigte sich regelmäßig, daß sie sich tatsächlich von selber erledigt hatten. Auf solche Art bin ich leider zu einer unbotmäßigen Sorglosigkeit gegenüber den herrschenden Mächten, des Schicksals sowohl wie der Obrigkeit, erzogen worden.
Soweit Karl Heinrich Waggerl, und wenn man statt „Dorf“ „Heidelberg“ setzt und statt des „Bürgermeisters“ meinen „Lehrherr Doktor Weber“ in der Hauptstraße (oberhalb Café Jansen, ein Geruch, der mir heute noch in der Nase brennt) dann stimmt für mich (D. Jung) genau, was Waggerl in diesem Text sagt.
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Zum Abschluss ein Spruch aus der Schweiz
„Lueg – das Läbe isch e Hatz!
Spring nüd so – chumm, da gitts Platz.
Uf em Bänkli hinderem Hus
rueht si’s pommadig us.“
Wie ein Infinity Pool geht die Neckarwiese jetzt in den Fluss über. Die gesamten Sträucher der Uferböschung wurden gerodet: den Vögeln fehlt‘s doch die Ruderer haben jetzt freien Blick auf die Hochzeitswiese!