Doctolib Logo Termin Nachricht
Anrufen
heidelberg-märz-2026

März 2026

Weichet nur, betrübte Schatten,
Frost und Winde, geht zur Ruh!
Florens Lust
Will der Brust
Nichts als frohes Glück verstatten,
Denn sie träget Blumen zu.

Liebe Patientinnen und Patienten,

Mit diesen Worten aus der Frühlings Arie von J. S. Bach, der genau am 21.März geboren wurde (1685-1756) grüßen wir Sie mit dem Praxis Rundbrief zum März 2026. Zephir, der Frühlingsbote in der Antike als Windgottheit des milden Westwindes möge uns endlich anhaltend schönes Wetter bringen.

Bitte beachten Sie: Unsere Praxis bleibt über Ostern geschlossen, und zwar vom 30. März bis einschließlich 10. April. Danach sind wir wieder wie gewohnt für Sie da.

Es grüßen Sie herzlich
Verena Jung, Christoph Jung, Dieter Jung und das gesamte Praxisteam

„Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte…!“

Das kennen wir, zur Genüge und hoffen drauf. Doch heute wollen wir den Rundbrief mit der Bach-Kantate (BWV 202) eröffnen – mit einem weiteren Ausschnitt aus diesem Text, den sie hier auf Deutsch, Englisch und Französisch nebeneinander sehen.

Wenn die Frühlingslüfte streichen
Und durch bunte Felder wehn,
Pflegt auch Amor auszuschleichen,
Um nach seinem Schmuck zu sehn,
Welcher, glaubt man, dieser ist,
Dass ein Herz das andre küsst.

Quand l’air printanier caresse
Ft traverse les champs colorés,
L’Amour passe aussi, furtivement,
En quête de son trésor,
Qui consiste, croit-on,
En ce qu’un cœur en embrasse un autre.

When spring breezes blow
And waft through many-coloured fields,
Cupid too steals out
To find a jewel to adorn himself;
And that jewel, it is believed,
Is when one heart kisses another.

Zum März

Den Übergang vom Winter zum Frühling erlebe ich jedes Jahr an zwei Blumen, die ich am 14. Februar immer an derselben Stelle im Schlossgarten finde. Am Valentinstag blüht dort zuverlässig das Hahnenfußgewächs Winterling auf. Leuchtend gelb gibt er das Abschiedssignal für den Winter.

 

Im Stückgarten ist es dann das Märzveilchen, das mit seiner deutlichen Duftnote den Frühling begrüßt und meist um den 1. März seine Blüten öffnet.

Highdelberg

Schauen Sie rein. Es ist doch so wie bei W. Busch:

Liebe sagt man schön und richtig,
ist ein Ding, was äußerst wichtig.
Nicht nur zieht man in Betracht,
was man selber damit macht.
Nein, man ist in solchen Sachen
auch gespannt, was andre machen.

Schauen Sie mal zu – da kommt Freude auf: https://www.ag-wanderfalken.de/webcam1/

Sie blicken auf den Markt zwischen Rathaus und Heilig-Geist-Kirche und sehen Rupert und die gute alte, liebe Liselotte. Nach dem Motto „Pater semper incertus“ hat sich Liselotte für 2024 und 2025 – und nun auch für 2026 – einen neuen Partner genommen; mittlerweile ist es bereits drei Jahre derselbe. Den Ex-Ehemann Zephir hat der gleichnamige Frühlingswind 2023 vertrieben – oder sie selbst hat ihn verjagt. Wir wissen es nicht. Serielle Monogamie auf dem Kirchturm. Das wissen wir! 

Wer nicht schon alles in dieser Tiefgarage in der Plöck (oder in unmittelbarer Nachbarschaft zu dieser) gelebt hat: Strauß, Hegel, Kussmaul und Kuno Fischer – sic transit gloria mundi. Strauß hat die erste kritische Auseinandersetzung mit den vier Evangelien geschrieben und dabei zahlreiche Widersprüche festgestellt. Das wusste auch Albert Schweizer zu schätzen, der wie folgt zitiert wird:

„Als literarisches Werk gehört Straußens „Leben-Jesu“ zum vollendetsten, was die wissenschaftliche Weltliteratur kennt. Über 400 Seiten und kein Satz zuviel; ein Zerlegen bis in die geringsten Details und kein Sich verlieren in Kleinigkeiten; der Stil einfach, reich an Bildern, zuweilen ironisch, aber immer vornehm und würdig. Das Buch, das er [.in jugendlicher Begeisterung geschrieben, machte ihn über Nacht zum berühmten Mann… und vernichtete seine Zukunft.“

Von ihm stammt auch die nette Glosse hier:

GLOSSE

Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang
der bleibt ein Narr sein Leben lang.
Gut.
Doch wer es tut?
Wer Weiber liebt, der wird zum Narren;
die Sänger haben ihren Sparren;
und gar der Wein, wie allbekannt,
bringt seine Leute vom Verstand.
Drum, du guter Doktor Luther,
es treib‘ es einer, wie er woll‘,
wir bleiben samt und sonders toll.

David Friedrich Strauß (1808 – 1874)

The sweet, sweet memories you’ve given me

You can’t beat the memories you’ve given me
Take one fresh and tender kiss
Add one stolen night of bliss
One girl, one boy, some grief, some joy
Memories are made of this
Don’t forget a small moonbeam
Fold it lightly with a dream
Your lips and mine, two sips of wine
Memories are made of this

Ein Rückblick in die gute alte Zeit, als die Straßenbahn noch mit Dampf fuhr – elektrifiziert wurde sie erst 1912. Danach kurvten Autos, Straßenbahn und Fußgänger um die Wette: ein wirklich friedliches Tohuwabohu, das ich noch aus dem Jahr 1974 kenne (siehe Foto).

Medizyn

Bei Nikotin und Alkohol
Fühlt der Mensch sich richtig wohl!
Doch leider rafft uns nicht so hin
wie Alkohol und Nikotin.

Das Besondere an diesem Bild ist für mich nicht die Verfärbung – die sieht man schon daran, wie schnell der Filter einer Zigarette bereits nach wenigen Zügen dunkel wird. Auffällig ist vielmehr, dass die Lunge deutlich geschrumpft ist. Die Raucherlunge besitzt eine wesentlich kleinere Fläche für den Sauerstoffaustausch – ganz unabhängig vom Krebsrisiko.

Wir bieten Raucherentwöhnung an. Versuchen Sie die Methode „JUNG!“ – kommen Sie einfach ohne         

Termin in die Sprechstunde zu Dr. Dieter Jung.

English

Post Sciptum

Was schlimm ist

Wenn man kein Englisch kann,
von einem guten englischen Kriminalroman zu hören,
der nicht ins Deutsche übersetzt ist.

Bei Hitze ein Bier sehn,
das man nicht bezahlen kann.

Einen neuen Gedanken haben,
den man nicht in einen Hölderlinvers einwickeln kann,
wie es die Professoren tun.

Nachts auf Reisen Wellen schlagen hören
und sich sagen, daß sie das immer tun.

Sehr schlimm: eingeladen sein,
wenn zu Hause die Räume stiller,
der Café besser
und keine Unterhaltung nötig ist.

Am schlimmsten:
nicht im Sommer sterben,
wenn alles hell ist
und die Erde für Spaten leicht.

Gottfried Benn (1886 – 1956)


„Brave New World“ („Schöne neue Welt“), den berühmten dystopischen Roman von Aldous Huxley aus dem Jahr 1932, kennt fast jeder. Dort beschreibt er eine technologisch fortgeschrittene, totalitäre Weltgesellschaft ohne persönliche Freiheit.

Genauso horrorvoll und wahnwitzig passend für heute ist das dünne 80seitige Büchlein von 1946 „Zeit der Oligarchen“. Dort warnt Huxley vor einer aufziehenden Tech-Oligarchie, in der Nationalismus und Machtpolitik Demokratie und Solidarität zunehmend verdrängen.

Frühjahrs-Leseempfehlung II

„Die Welt von gestern“ von Stefan Zweig – für nur 8,05 € entführt uns der Autor auf 1000 Seiten ins Wien der 1920er Jahre, das „goldene Zeitalter der Sicherheit“, getragen von Aufbruchsstimmung und kultureller Freiheit.

Dieses Zeitalter endet, als in den 1930er Jahren die Schatten des Faschismus über Europa fallen. Zweig flieht ins Exil, doch seine lebendige Erinnerung an die Welt von gestern bleibt.

Frühjahrs-Leseempfehlung III

Mary L. Trump, Nichte des US-Präsidenten und promovierte klinische Psychologin, enthüllt in „Das wahre Gesicht von Donald Trump – intime Einblicke in die Familiengeschichte des US-Präsidenten“ die dunkle Seite der Familie Trump. Einen Großteil ihrer Kindheit verbrachte sie im Haus ihrer Großeltern in New York, wo auch Donald und seine vier Geschwister aufwuchsen. Sie beschreibt, wie Donald Trump in einer prägenden Atmosphäre heranwuchs, die ihn zu einer Bedrohung für das Wohlergehen und die Sicherheit der ganzen Welt machte.

Werfen Sie einen Blick in die ersten 20 Seiten der Leseprobe im Internet – und überlegen Sie dann, ob Sie weiterlesen möchten. Wenn nicht, können Sie jederzeit abbrechen.

Schlussgedanken

„Solange sie mich nicht ansprach, sprach sie mich an.
Als sie mich dann ansprach, sprach sie mich nicht mehr an.“

Lessing (1729–1781)

Königsstuhl und Heiligenberg (in unserem Schlussbild) sehnen sich so sehr nach frischer grüner Belaubung aber sie müssen noch warten bis zum 1. April. Und nach Ostern beginnt dann auch wieder unser Autogenes Training im Freien: Waldweben.

26 Autogenes