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Mai 2026

Der mai mit liber zal

Der mai mit lieber zal
die erd bedecket überal,
pühel, eben, berg und tal.
auss süssen voglin schal
erklingen, singen hohen hal
galander, lerchen, droschel, die nachtigal.

der gauch fleucht hinden hin nach
zu grossem ungemach
klainen vogelin gogelreich.
höret, wie er sprach:
„cu cu, cu cu, cu cu,
den zins gib mir,
den wil ich han von dir,

Oswald v. Wolkenstein (1377-1445)

Liebe Patientinnen und Patienten,

ist es nicht erstaunlich, wie vertraut und verständlich unsere Sprache bereits vor 600 Jahren war? Solche Gedanken stellen sich ein, wenn man sich mit den Texten des Oswald von Wolkenstein beschäftigt.

Den Brauch kenne ich noch aus meiner Kindheit: Ruft der Kuckuck im Mai zum ersten Mal, holt man den Geldbeutel hervor und klopft darauf, auf dass er das ganze Jahr gut gefüllt bleibe.

In dieser Ausgabe unseres Rundbriefs widmen wir uns außerdem „sieben Killern“ aus unserer heimischen Flora. Und bitte beachten Sie unsere geänderten Praxiszeiten zu Pfingsten. Vom 25. bis 29. Mai 2026 bleibt unsere Praxis geschlossen. Der Kurs Waldweben (= autogenes Training im Freien) beginnt Donnerstag, 07. Mai um 17 Uhr am Schlosseingang – gleich anmelden.

Es grüßen Sie herzlich
Verena Jung, Christoph Jung, Dieter Jung und das gesamte Praxisteam

Wolki

Zum Mai

Tödliche Zierpflanzen im Garten?

Gut möglich, denn alle hier beschriebenen Pflanzen habe ich im vergangenen Jahr in Gärten entdeckt. Jetzt, da im Wonnemonat Mai überall alles grünt und sprießt, und Maiglöckchensträuße aus Verehrung und Liebe verschenkt werden, ist es wieder Zeit, auf die giftigsten Pflanzen im Garten hinzuweisen.

Die häufigste Verwechslung betrifft den in vielen Bio-Blogs empfohlenen Bärlauch: Er sieht dem Maiglöckchen, das recht giftig ist, und der Herbstzeitlosen, die sogar sehr giftig ist, zum Verwechseln ähnlich. So erkennen Sie den Bärlauch auf einen Blick, besser noch mit der Nase: Der Bärlauch duftet beim Zerreiben intensiv nach Knoblauch. Seine Blattunterseite ist matt, während das Maiglöckchen glänzt. Außerdem wachsen Bärlauchblätter einzeln aus dem Boden, Maiglöckchenblätter paarweise. Die Herbstzeitlose blüht erst, wenn der Herbst beginnt, und ihre Blätter sind deutlich kleiner.

Tollkirsche (Atropa belladonna) 

Eine echte Gefahr, deren Name „schöne Frau“ auf den historischen Brauch anspielt, das Gift zur Erweiterung der Pupillen einzusetzen. Dies ließ die Augen zwar glänzend erscheinen, führte jedoch zu massiven Sehproblemen. Die Pflanze wächst auch auf dem Philosophenweg. Seien Sie besonders wachsam, wenn Kinder in der Nähe spielen.

Eisenhut (Aconitum) 

Wunderschön und doch tödlich. Der Blaue Eisenhut gilt zu Recht als die giftigste Pflanze Europas. Er enthält das Gift Aconitin, das bereits in geringsten Mengen tödlich ist und sogar über die unverletzte Haut aufgenommen werden kann. Eine Berührung kann bereits Hautreizungen auslösen. Bei Verschlucken drohen innerhalb kürzester Zeit Herzversagen und Atemstillstand. Da Kinder gerne pflücken und probieren, hat diese Pflanze in Gärten nichts zu suchen.

Engelstrompete (Brugmansia) 

Dieses Nachtschattengewächs ist in allen Teilen giftig. Die großen, farbenprächtigen Blüten können bereits durch ihren Duft Kopfschmerzen und Übelkeit auslösen. Der Verzehr führt zu schwerwiegenden Symptomen wie Herzrasen, Sehstörungen, starkem Durst, Krämpfen und Halluzinationen.

Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) 

Die krokusartigen Blüten erscheinen im Herbst, doch die Blätter im Frühling können leicht mit Bärlauch verwechselt werden. Dies macht die Pflanze tückisch, da sie das Zellgift Colchicin enthält. Vergiftungserscheinungen zeigen sich nach wenigen Stunden durch Schluckbeschwerden, schwere Magen-Darm-Probleme und Schocksymptome. Ein Multiorganversagen kann tödlich enden, obwohl der Wirkstoff medizinisch auch bei Gicht eingesetzt wird.

Stechpalme (Ilex) 

Die immergrüne Pflanze ist in vielen Gärten verbreitet. Während die Blätter harmlos sind, sind die leuchtend roten Steinfrüchte für Menschen sehr giftig. Sie wirken auf Kinder oder Tiere verlockend, können jedoch Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchkrämpfe und Schläfrigkeit verursachen.

Eibe (Taxus baccata) 

Die Eibe ist in Parks und Wäldern weit verbreitet. Während die roten Früchte ungiftig sind, sind die Nadeln hochgradig tödlich. Historisch wurde dies für Hinrichtungen genutzt. Interessanterweise dient das Gift der Pflanze heute als Grundlage für ein Mittel gegen Brustkrebs, da es zellteilungshemmende Substanzen enthält.

Goldregen (Laburnum anagyroides) 

Diese Pflanze ist in allen Teilen hochgiftig, da sie das Alkaloid Cytisin enthält. Es schädigt das Nervensystem und kann zu Lähmungen der Atmung führen. Besonders die auffälligen Blüten und Samenstände sind für Kinder sowie Haustiere eine Gefahr.

Was tun bei Vergiftungsverdacht? 

Sollten Sie vermuten, dass Pflanzenteile verzehrt wurden, verlieren Sie keine Zeit:

  • Wählen Sie umgehend den Notruf 112.
  • Kontaktieren Sie die Giftinformationszentrale für professionelle Anweisungen.

In Baden-Württemberg erreichen Sie diese unter 0761 19240.

Zugabe: Ungemach aus der hiesigen Tierwelt

Verdienen Sie sich 60 Euro und helfen Sie mit, Heidelberg sicherer zu machen: Die Nester der asiatischen Riesenhornisse (Vespa velutina) müssen ab Mai zerstört werden, da die Neozoen die heimische Insektenpopulationen gefährden. Sichtungen können über die „Meldeplattform Asiatische Hornisse“ der LUBW oder die App „Meine Umwelt“ gemeldet werden.

Eine weiterer problematischer Neuling in unserer Tierwelt ist die Tigermücke. Offene Wasserflächen, etwa Untersetzer unter Blumentöpfen, sollten daher jetzt geleert werden. Alternativ können sie mit einer entsprechenden Substanz behandelt werden, die Sie beim Umweltamt in der Bergheimer Straße 59 erhalten. Neozoen wie Halsbandsittiche oder Waschbären erfreuen uns hingegen durchaus. Nun ja – und dann gibt’s noch die Nilgänse, die mag ich auch nicht.

Noch eine Zugabe: Ungemach aus der hiesigen Tierwelt

Der Ammen-Dornfinger (Cheiracanthium punctorium) ist laut NABU die einzige heimische Spinnenart, die mit ihren Kieferklauen die menschliche Haut durchdringen und Gift injizieren kann. Er ist wärmeliebend und nachtaktiv und lebt vor allem in Brandenburg und im Rhein-Main-Gebiet in hohem Gras. Der Biss kann schmerzhaft sein und Beschwerden wie Schwellungen, Fieber oder Kreislaufprobleme auslösen, klingt aber meist nach drei Tagen wieder ab.

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet dieser wärmeliebenden Art lag in Europa mit wenigen Ausnahmen südlich der Alpen. Erste nachweisliche Beobachtungen in Brandenburg gab es um 1950, möglicherweise war sie dort aber schon früher heimisch. Seither breitet sie sich allmählich nach Norden aus. Der Ammen-Dornfinger lebt vor allem in trockenen Offenbiotopen mit hohem Gras. In Mitteleuropa findet man ihn daher besonders auf Waldlichtungen. Tagsüber versteckt er sich in rundum geschlossenen Wohngespinsten. Während der Paarungszeit sowie bei Eier und Jungtieren verteidigen die Weibchen das Gespinst mit großer Entschlossenheit. Die Tiere werden nur ein Jahr alt.

Und noch eine Zugabe: Ungemach aus der hiesigen Tierwelt

Fast 500 Jahre ist es her, dass Martin Luther am 26. April 1518 im Rahmen der Heidelberger Disputationen Tod und Teufel bekämpft. Bei einem Treffen des Augustinerordens verteidigte er seine Thesen vor Gelehrten der Universität Heidelberg. Auch heute gilt in Heidelberg wieder: Beware of Wild Boars – ruhig bleiben, nicht provozieren und Fluchtwege offenlassen. So zumindest gemäß des neuen Warnschilds im Schlossgarten.

Highdelberg

Ratschläge sind auch Schläge

Nach diesem Diktum des wohl wichtigsten Heidelbergreisenden der Geschichte, Mark Twain, teile ich heute wieder einige „schlagende“ Ideen – oder nennen wir sie: Vorschläge. Es ist schließlich eine der schönsten menschlichen Tätigkeiten, anderen den Weg zu weisen, ohne ihn selbst zu beschreiten.

Über das Wesen des Menschen

  • Das Unglück ist, dass jeder denkt, der andere sei wie er – und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt. – Heinrich Zille
  • Würde des Menschen? Nichts mehr davon, ich bitt’ euch: Zu essen gebt ihm, zu wohnen! Habt ihr die Blöße bedeckt, gibt sich die Würde von selbst. – Friedrich Schiller
  • Viele suchen ihr Glück wie einen Hut, den sie auf dem Kopf tragen. – Nikolaus Lenau
  • Über Mut, Furcht und das Ende: Cowards die many times before their deaths; The valiant never taste of death but once. – William Shakespeare, Julius Caesar
  • Im Zweifel zu sein ist kein angenehmer Zustand. Gewissheit aber ist ein lächerlicher. – Voltaire
  • Wer sich fürchtet zu leiden, leidet schon durch die Furcht. – Michel de Montaigne
  • Fer aut feri; ne feriaris, feri! (Trag oder schlag! Damit du nicht geschlagen wirst, schlag selbst!) – Queen Elizabeth I.
  • Über Laster, Geld und die Erben: Ich habe das Buch der Krankheiten gelesen und festgestellt, dass mir keine fehlt! – Georg Christoph Lichtenberg
  • Geizhälse sind die Plage ihrer Zeitgenossen, aber das Entzücken ihrer Erben. – Theodor Fontane
  • Der alte Mosche liegt auf dem Totenbett und verteilt sein Vermögen: „Tausend fürs Waisenheim, tausend fürs Tierheim, tausend fürs Krankenhaus…“ Die Erben werden blass. „Schau mal, wie großzügig der Geizhals plötzlich ist!“, ruft einer. „Großzügig?“, entgegnet ein anderer. „Er verteilt doch nicht sein eigenes Geld, er verteilt das seiner Erben!
  • Vielleicht verdirbt Geld den Charakter. Auf keinen Fall aber macht Mangel an Geld ihn besser. – John Steinbeck
  • Wenn du keinen Gesellschafter hast, ziehe deinen Spazierstock in Erwägung. – Johann Gottfried Seume
  • Würde ist die konditionale Form dessen, was einer ist. – Karl Kraus
  • Was dem Leben Wert gibt, kannst du erreichen oder verlieren – aber nie besitzen. – Dag Hammarskjöld
  • Zum Abschied: Ach, zwei Wünsche wünsch’ ich immer, leider immer noch vergebens – und doch sind’s die innig-frommsten, schönsten meines ganzen Lebens: Dass ich alle, alle Menschen könnt’ mit gleicher Liebe umfassen und das einige ich von ihnen morgen dürfte hängen lassen. – Adolf Glassbrenner

Zwei Heidelberg-Bilder, die kaum jemand kennt

Zum einen den Holzstich von Sebastian Münster. Übrigens: Sein Denkmal steht auf dem Karlsplatz. Zum anderen die heutige Molkenkur, damals noch die Obere Burg, gezeichnet von Kurfürst Ottheinrich im Jahr 1556.

Und das eigentlich Faszinierende: Diese Burg ist auch auf Münsters Holzschnitt zu sehen, ganz klein, fast unscheinbar, aber eben doch vorhanden.

Medizyn

Ein bisschen Brain-Jogging

Bedenken Sie: Ihr Gehirn macht nur etwa 2 % des Körpergewichts aus, verbraucht aber rund 20 % des Sauerstoffs. Also: Erst denken, dann reden!

Der Unterschied zwischen null Komma drei und null Komma sieben beträgt null Komma vier.
Doch wie groß ist der Unterschied zwischen null Komma neun und null Komma zehn?

Falsche Antwort: 0,1
Richtige Antwort: 0,8 – denn null Komma zehn entspricht null Komma eins!

Was ist größer:

0 + 1 + 2 + 3 + 4 + 5 + … oder 0 × 1 × 2 × 3 × 4 × 5 × …?

Wie viele F sind da?

FINISHED FILES
ARE THE RESULT
OF YEARS OF SCIENTIFIC
STUDY COMBINED WITH
THE EXPERIENCE OF YEARS

Der verschwundene Euro

Drei Freunde treffen sich in ihrer Stammkneipe und machen eine tüchtige Zeche. Als der Kellner ihnen die Rechnung von 60€ präsentiert, zahlt jeder 20€. Der Wirt aber, der seinen guten Kunden gegenüber großzügig sein will, trägt dem Kellner auf, den Herren 5€ zurückzugeben. „Ach was“, denkt der Kellner,“ drei Euro zurück ist auch genug!“ Er steckt also zwei Euro in seine Tasche und gibt den Herren 3€ zurück. Gut aufgepasst! 57€ haben die drei Freunde also für ihre Zeche bezahlt. 2€ hat der Kellner eingesteckt, macht zusammen 59€. Wo ist der eine, der 60. Euro?

Die Mathe-Aufgabe

Stellen Sie die Rechnung mit einem Strich richtig 5+5+5=550

Die Kopfrechen-Aufgabe

Zu 1000 zähl 20 und dazu noch mal 1000 und 30 und nochmal 1000 und 40 und nochmal 1000 und 10 dazu sind…?

Die Schiffsleiter

Die untere Sprosse einer Schiffsleiter hängt bei Ebbe 20 cm über dem Wasser. Die weiteren Sprossen folgen im Abstand von 20 cm. Bei Flut steigt das Wasser um 1,40 m Bei der wievielten Sprosse steht das Wasser nun?

Der weltweit beste Idiotentest

1. Wenn du um 8.00 Uhr ins Bett gehst und den Wecker so stellst, dass du morgens um 9.00 Uhr aufwachst, wie viel Stunden hast du geschlafen?
2. Einige Monate haben 30 Tage, andere haben 31. Wie viele Monate haben 28 Tage?
3. Ein Bauer hat 16 Schafe. Alle sterben außer 9. Wie viele bleiben übrig?
4. Ist es in Russland erlaubt, dass ein Mann die Schwester seiner Witwe heiratet?
5. Berlin schreibt man vorne mit „b“ und hinten mit „h“. Stimmt das?
6. Wie viele Tiere jeder Art nahm Moses mit auf die Arche?
7. Wenn ein Nachtwächter am Tage stirbt, bekommt er dann Rente?
8. Der Arzt gibt dir 3 Tabletten und sagt: „Nimm jetzt jede halbe Stunde eine Tablette!“ Wie lange reichen sie?
9. Du hast ein Streichholz und kommst in einen leeren & kalten Raum, in dem du eine Petroleumlampe, einen Ölofen und einen Kamin vorfindest. Was zündest du zuerst an?
10. Du bist der Busfahrer. An der ersten Haltestelle steigen 5 Leute ein. An der zweiten 3 ein und 2 aus. An der nächsten 4 ein. Dann steigen 5 aus und drei ein.
11. Wie alt ist der Busfahrer?
12. Kann ein Mann, der in New York lebt, westlich von Manchester begraben sein?
13. Auf einem Dorfplatz steht ein 20 Zentner schwerer Stein und wenn ein Hahn kräht, bewegt er sich. Ist das möglich?
14. Du hast ein Haus, bei dem alle Wände nach Süden zeigen. Ein Bär kommt vorbei. Welche Farbe hat er?
15. Eine E-Lok fährt nach Süden. Wohin steigt der Rauch?
 

Lösungen:

  • Plus!
  • 6 F
  • Wirt 55 Euro, Kellner 2 Euro und

die Männer 3 Euro = 60 Euro

  • 545 + 5 =550
  • 4100 nicht 5000
  • Bleibt so, Schiff steigt mit
  • Idiotentest:
  1. Eine Stunde
  2. Einen
  3. Alle
  1. Neun
  2. Geht nicht, da Mann tot
  3. Ja
  4. Keine, Noah nahm die Tiere mit
  5. Nein, er ist ja tot.
  6. Eine Stunde
  7. Das Streichholz
  8. Dein Alter, du bist ja der Busfahrer
  9. Nein, er lebt noch in New York
  10. Der Hahn bewegt sich
  11. Weiß, Haus steht am Nordpol
  12. E!-Lok

English

Cartoons of the Month

Quotes of the Month

My dear, here we must run as fast as we can, just to stay in place. And if you wish to go anywhere you must run twice as fast as that.
– Lewis Carroll, Alice in Wonderland

If there’s no meaning in it, that saves a world of trouble, you know, as we needn’t try to find any.
– The King in Alice in Wonderland

Lewis Carroll (January 27, 1832 – January 14, 1898) was a British writer of the Victorian era, photographer, mathematician, and deacon.

Post Scriptum

Dieses Couplet von Hans Albers und Heinz Rühmann soll uns auffordern, aufzubrechen, rauszugehen und Schwung aufzunehmen. Los mit uns – das Jahr ist schon weit fortgeschritten!

Jawohl, meine Herren

Wer hinterm Ofen sitzt
und die Zeit wenig nützt
schont zwar seine Kraft
aber wird auch nichts erreichen.

Wer aber nicht viel fragt
und geht los, unverzagt
für den gibt’s kein Fragezeichen
und dergleichen, bitte sehr!

Jawohl, meine Herren,
so haben wir es gern
von heut an gehört uns die Welt.

Jawohl, meine Herren,
die Sorgen sind fern
wir tun, was uns gefällt.

Und wer uns stört, ist eh‘ er’s b’greift
längst von uns schon eingeseift.
Jawohl, meine Herren, darauf könn‘ sie schwör’n
Jawoll, jawoll, jawoll!

Und auch Gustaf Gründgens riet uns schon 1938 mit viel Schwung Ähnliches…
Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da

Wenn die Bürger schlafen geh’n
In der Zipfelmütze
Und zu ihrem König fleh’n
Dass er sie beschütze
Zieh’n wir festlich angetan
Hin zu den Tavernen
Schlendrian, Schlendrian
Unter den Laternen

Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da
Die Nacht ist da, dass was gescheh‘
Ein Schiff ist nicht nur für den Hafen da
Es muss hinaus, hinaus auf hohe See
Berauscht euch, Freunde, trinkt und liebt und lacht
Und lebt den schönsten Augenblick
Die Nacht, die man in einem Rausch verbracht
Bedeutet Seligkeit und Glück

Wenn im Glase perlt der Sekt
Unter roten Ampeln
Und die Mädchen süß erschreckt
Auf dem Schoß uns strampeln
Küssen wir die Prüderie
Von den roten Mündern
Amnestie, Amnestie
Allen braven Sündern

Wenn der Morgen endlich graut
Hinter dunst’gen Scheiben
Und die Männer ohne Braut
Beieinander bleiben
Schmieden sie im Flüsterton
Aus Gesprächen Bomben
Rebellion, Rebellion
In den Katakomben

Schlussgedanken

Mein ganzes Leben änderte sich an dem Tag, an dem ich lernte, Nein zu sagen.“ – Sophia Loren, italienische Schauspielerin und Filmikone (*1934)

Der Unentschlossene

Ein Mensch ist ernstlich zu beklagen,
Der nie die Kraft hat, nein zu sagen,
Obwohl er’s weiß, bei sich ganz still:
Er will nicht, was man von ihm will!

Nur, daß er Aufschub noch erreicht,
Sagt er, er wolle sehn, vielleicht…
Gemahnt, nach zweifelsbittern Wochen,
Daß er’s doch halb und halb versprochen,
Verspricht er’s, statt es abzuschütteln,
Aus lauter Feigheit zu zwei Dritteln,

Um endlich, ausweglos gestellt,
Als ein zur Unzeit tapfrer Held
In Wut und Grobheit sich zu steigern
Und das Versprochne zu verweigern.

Der Mensch gilt bald bei jedermann
Als hinterlistiger Grobian –
Und ist im Grund doch nur zu weich,
Um nein zu sagen – aber gleich!

Eugen Roth (1895-1976)

Liebe Patientinnen und Patienten,

Ich laden Sie herzlich zu einem Kurs im Autogenen Training ein. Diese Kurse führen wir seit über 45 Jahren durch, mit dem Ziel, Ihre Leistungsfähigkeit zu steigern, Ihre Abwehrkräfte zu erhöhen und Ihre Lebensfreude zu mehren, ganz auf natürlichem Weg. Sie lernen loszulassen, abzuschalten und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Wir führen Sie behutsam in die Kunst der Meditation.

Gelernt wird gemeinsam in einer kleinen Gruppe, die sich acht Abende lang einmal pro Woche trifft. Im Winter findet der Kurs dienstags um 18:30 Uhr in der Praxis statt, im Sommer donnerstags um 17:00 Uhr im Heidelberger Schlossgarten. Die Kosten werden von allen Krankenkassen übernommen, sowohl gesetzlichen als auch privaten. Kommen Sie und erleben Sie es selbst.

Anmeldung jederzeit unter 0175-2060123, Dr. D. Jung

Du musst das Leben nicht verstehen

Du musst das Leben nicht verstehen,
dann wird es werden wie ein Fest.
Und lass dir jeden Tag geschehen
so wie ein Kind im Weitergehen von jedem Wehen
sich viele Blüten schenken lässt.

Sie aufzusammeln und zu sparen,
das kommt dem Kind nicht in den Sinn.
Es löst sie leise aus den Haaren,
drin sie so gern gefangen waren,
und hält den lieben jungen Jahren
nach neuen seine Hände hin.

Rainer Maria Rilke (1875-1926)